Pressespiegel:

  • 29. Juli 2011
Am 29. Juli erschien in der Zeitung Neue Westfälische:

60 Jungmediziner sollen in Bielefeld lernen

Gutachten schlägt Kooperation mit Uni Bochum vor




VON PETER STUCKHARD


Bielefeld. Zwei Modelle zur Ausbildung von Medizinernachwuchs in Ostwestfalen-Lippe schlägt ein Eckpunktepapier vor, das der Landesregierung nun vorliegt. Modell eins sieht den Aufbau einer medizinischen Fakultät an der Universität Bielefeld mit 200 Studierenden vor. Dafür errechnen die Verfasser Investitionskosten von 140 Millionen Euro, davon 121 Millionen für einen Neubau. Die laufenden Kosten der neuen Medizinfakultät sollen 45 Millionen Euro im Jahr betragen. Darin enthalten sind 20 Millionen an Personalkosten für insgesamt 320 Stellen, darunter 27 Professoren und acht Juniorprofessoren. Durch frühzeitige enge Verzahnung mit den Gesundheitseinrichtungen der Region würden die Studierenden über Jahre hinweg die Region kennenlernen, was die Entscheidung fördere, sich in OWL niederzulassen oder in einer Klinik zu arbeiten, begeistern sich die Verfasser für dieses Fakultätsmodell.

 

 

 



Erheblich größere Chancen auf Verwirklichung dürfte aber Modell zwei haben, das mit Gesamtkosten von 15,7 Millionen Euro erheblich billiger ist. Es sieht eine Zusammenarbeit der Uni Bochum, der Uni Bielefeld und der Kliniken in der Region vor. An der Universität Bochum sollen 60 zusätzliche Medizinstudienplätze geschaffen werden. Die klinische Ausbildung des Ärztenachwuchses soll dann an der Uni Bielefeld und in den hiesigen Krankenhäusern erfolgen.


Dazu sollte an der Uni Bielefeld ein Zentrum für Medizin aufgebaut werden, das die Schnittstellen zwischen den Krankenhäusern, einem Netzwerk von Ausbildungspraxen und zwei Universitäten managen soll. Das Kooperationsmodell schaffe Rahmenbedingungen, mit denen der erforderliche Anstieg an Medizinstudienplätzen kostengünstig und zeitnah realisiert werden könne, stellen die Autoren fest.


Der Vorsitzende des Sozialausschusses des Landtags, Günter Garbrecht (SPD), sieht in dem Kooperationsmodell mit dem medizinischen Zentrum an der Uni Bielefeld „eine Chance für die Region“. Allerdings müsse sich der Bund an den Kosten beteiligen.