Pressemitteilung:

  • Bielefeld, 19. August 2011

Weichen für gute Arbeit und Fachkräftesicherung jetzt stellen


Günter Garbrecht kritisiert den Kahlschlag in der aktiven Arbeitsmarktpolitik und die geplante Instrumentenreform der Bundesregierung

- 40% weniger Mittel für OWL

Zunehmender Fachkräftebedarf einerseits, Langzeitarbeitslose ohne Perspektive andererseits - beides sind Herausforderungen, auf die die Politik Antworten finden muss.
Die Arbeitsmarktpolitik der schwarz-gelben Bundesregierung spaltet dagegen den Arbeitsmarkt und nimmt Menschen die Chance, sich zu Fachkräften zu qualifizieren.
Sie verbaut Langzeitarbeitslosen die Teilhabe durch dauerhafte Beschäftigung.

Die Bundesregierung hat bereits für das laufende Jahr den Eingliederungstitel in OWL von 135 Mio. € (2010) auf 102 Mio. € gekürzt und hat vor nach den Haushaltsplanungen den Jobcentern in OWL 2012 nur noch 82 Mio. € zur Verfügung zu stellen.
Neben dieser Kürzung von fast 40 % plant sie außerdem die Eingliederungsinstrumente im Rahmen einer Gesetzesänderung erheblich zu beschneiden, sodass besonders für Langzeitarbeitslose nur wenige von den Angeboten für langfristiger Qualifizierungsmaßnahmen, sowie für den sozialen Arbeitsmarkt übrig bleiben werden.

Den Kürzungen von fast 25 % von 2010 auf 2011 steht nur ein Rückgang der Familien im SGB II von ca. 5 % gegenüber. Um die Arbeitslosigkeit auch für Langzeitarbeitslose abzubauen ist Pro-Kopf, und für einen längeren Zeitraum abgesichert, mehr Geld nötig, um auch langfristigen Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahmen umzusetzen.
Nur so sind bei einem zunehmenden Fachkräftebedarf die Langzeitarbeitslosen in OWL auch in Arbeit zu bringen.

Unverzichtbar ist dafür ein leistungsfähiger sozialer Arbeitsmarkt. Dieser eröffnet auch Menschen mit fehlender Ausbildung und gesundheitlichen Problemen eine neue Perspektive auf Beschäftigung, die sie ohne Förderung nicht hätten.
Öffentlich geförderte Beschäftigung dient dem Ziel, die Beschäftigungsfähigkeit der Menschen wieder herzustellen und damit auch Teilhabe am Arbeits- und Sozialleben zu ermöglichen.

Häufiger als in der Vergangenheit müssen Brüche im Erwerbsleben beim Übergang zwischen verschiedenen Lebensphasen (Ausbildung, Familie, Arbeitslosigkeit, Selbstständigkeit) bewältigt werden. Deshalb muss eine zukunftsweisende Arbeitsmarktpolitik den Erhalt und die Erweiterung der individuellen Beschäftigungsfähigkeit in den Mittelpunkt stellen.

„Deshalb brauchen wir nachhaltige Qualifizierungs- und Weiterbildungsinitiativen und eine kluge Verknüpfung von Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik. Erforderlich ist eine Kultur der 2. Chance und des sozialen Aufstieges.“ Ist Garbrecht überzeugt „In Zeiten von steigendem Fachkräftebedarf werden Weiterbildung und lebensbegleitendes Lernen immer wichtiger“, so Günter Garbrecht abschließend.


Anlage Mittelverteilung OWL Jobcenter