Pressespiegel:

  • 03. September 2011
Am 3. September erschien in der Zeitung Neue Westfälische folgender Artikel:

Bielefeld als Beispiel für NRW

Gesundheitsministerin Steffens lobt Modellarbeit für ältere Menschen


Bielefeld. „Gesundheitspolitik eignet sich inhaltlich nicht für den politischen Streit. Bei Themen wie Altenpflege, Palliativmedizin oder ärztliche Versorgung müssen Politiker gemeinsam handeln im Sinne der Menschen“, sagt NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens. Und so hat sich die Grünen-Politikerin am Freitag von ihrem SPD-Koalitionspartner, dem Sozialpolitiker Günter Garbrecht, durch Bielefeld führen lassen und Projekte gelungener Pflegepolitik angeschaut. Bei einem Redaktionsbesuch dieser Zeitung zeigt Steffens sichtliche Begeisterung ob der Angebote in der Stadt, „die im Land ihresgleichen suchen“.

 


„Auf Grund der demografischen Entwicklung ist es nicht fünf vor, sondern eher schon viertel nach zwölf, um die Strukturen in den Kommunen umzubauen“, sagt sie. Viele Kommunen hätten noch gar nicht begriffen, was auf sie zukommt. Zusammen mit Münster und Köln gehöre Bielefeld zu den Leuchttürmen, was Versorgung, Pflegeinfrastruktur und Quartiersentwicklung angeht. Beispielhaft sei die Zusammenarbeit von caritativen Trägern und der Wohnungswirtschaft. Hier seien Wege beschritten worden, die nicht den Ausbau von stationären Pflegeeinrichtungen notwendig machten, sondern alte Menschen weiter in ihren Wohnungen oder im Quartier bedarfsgerecht betreut leben lassen.


Damit dies überall und leichter passieren könne, sei ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff notwendig und Änderungen bei der Pflegeversicherung. Es gebe einen wachsenden Mangel an Pflegekräften, räumt Steffens ein. „In NRW sind derzeit mehr als 500.000 Menschen pflegebedürftig. Die Zahl wird sich nach aktuellen Prognosen bis 2050 fast verdoppeln.“ Wenn man das Leben älterer Menschen in den Stadtteilen besser organisiere, seien aber auch Ehrenamtler und Menschen ohne Fachkraftausbildung wichtig.


Doch der Mangel sei real und werde von Menschen ausgeglichen, die „am Rande, ja auch in der Illegalität arbeiten“, sagt Steffens. „Hätten wir diese Illegalen nicht und würden sie sofort aus den Haushalten herausholen, hätten wir ein massives Problem.“ Steffens plädiert für die Schaffung von Strukturen, die diese Situation nicht fördern. „Was in Bielefeld entwickelt und erfolgreich erprobt wird, kann viele Probleme lösen.“ Menschen könnten länger in ihrem Viertel leben, und die Kosten seien für Familien und Staat geringer.