Pressespiegel:

  • 27. Februar 2012
Am 25. Februar 2012 erschien in der Zeitun Neue Westfälische folgender Artikel:

Tolle Chancen für junge Leute

Land fördert Initiative gegen Fachkräftemangel mit 50 Millionen Euro


Sennestadt. Nicht erst seit der Wulff-Affäre ist es eine Binsenweisheit, dass Angehörige der Kaste der Politiker manchmal dazu zu neigen, die Bodenhaftung zu verlieren. Natürlich darf man das nicht verallgemeinern. Denn es gibt ihn durchaus noch, den Typus Politiker, der sich den Blick für die Lebenswirklichkeit und die Bedürfnisse und Sorgen des Normalbürgers bewahrt hat. Zu diesem Kreis zählt sicher Guntram Schneider. Das bewies der NRW-Arbeitsminister gestern einmal mehr bei einer dienstlichen Stippvisite in Sennestadt.



Im Zuge seiner Regionen-Tour zur Fachkräfteinitiative besuchte Schneider gestern beim Werkzeugmaschinenhersteller Gildemeister ein Projekt, mit dem die Landesregierung die berufliche Qualifizierung insbesondere junger Migrantinnen und Migranten aus Bielefeld und dem Kreis Gütersloh fördert. Mit rund 100.000 Euro aus EU-Mitteln sollen förderbedürftige Schülerinnen und Schüler für eine Ausbildung in den Metallberufen fit gemacht werden. „Ostwestfalen-Lippe ist der zweitstärksteWirtschaftsraum des Maschinenbaus in Deutschland. Die Fachkräfteversorgung zu sichern ist für die Branche ein existenzielles Thema“, sagte Schneider. Gleichzeitig helfe das Projekt, Jugendarbeitslosigkeit zu vermeiden.

Das Projekt „Starte durch – Dein Job im Maschinenbau“ wurde von der Nachwuchsstiftung des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken entwickelt. Es richtet sich an etwa 30 Schülerinnen und Schüler, die ohne zusätzliche Unterstützung wahrscheinlich nicht den Übergang in eine Berufsausbildung schaffen würden. Ein halbes Jahr vor ihrem Schulabschluss werden sie durch Maßnahmen wie Praktika ausbildungsreif gemacht und anschließend in 25 Maschinenbaubetriebe vermittelt. Dabei werden ihnen an Nachmittagen und Wochenenden fachliche, methodische, soziale und persönliche Basiskompetenzen vermittelt. Die Jugendlichen werden weitere 18 Monate während ihrer betrieblichen Ausbildung begleitet, um einen erfolgreichen Abschluss zu erreichen. Das in Bielefeld vorgestellte Projekt – so der Minister weiter – sei ein gutes Beispiel für den regionalen Ansatz der Landes-Fachkräfteinitiative: „Zusammen mit den Regionen wollen wir die Potenziale zur Fachkräftesicherung mobilisieren.“ Derzeit breche fast jeder vierte Jugendliche die Berufsausbildung ab.

„Dem wollen wir mit unserem Projekt vorbeugen“, sagte Schneider. Im Oktober vergangenen Jahres war die Landesinitiative zur Fachkräftesicherung gemeinsam mit Arbeitgebern, Hochschulen, Kammern, Arbeitsverwaltungen und Arbeitnehmervertretungen gestartet worden, um einen Beitrag zu leisten, die bis 2020 drohende Lücke von 630.000 Fachkräften in Nordrhein-Westfalen zu reduzieren.

Genutzt werden sollen dabei insbesondere die Potentiale von Jugendlichen ohne berufliche Ausbildung; von hier lebenden Migrantinnen und Migranten, die unter ihren Möglichkeiten beschäftigt sind oder deren Abschlüsse aus dem Ausland hier nicht anerkannt werden; von älteren Beschäftigten mit ihrer Erfahrung und von Frauen, für die Konzepte zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf fehlen.

Für die Umsetzung der Initiative stehen bis 2015 bis zu 50 Millionen Euro bereit.