Statement:

  • 06. März 2012
Statement von Günter Garbrecht

Organspende–Kompromiss halbherzig

Hoffnungen auf tiefgreifende Änderung enttäuscht


„Es bleibt rechtlich bei der erweiterten  Zustimmungsregelung.
Die Hoffnung, dass sich die Menschen in Deutschland verbindlich zur Organspende äußern, erfüllt sich nicht.“ Präsentiert werde eher eine „Schein-Lösung“, so Garbrecht, der auch Vorsitzender des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit, Soziales und Integration des Landtages NRW ist. Damit werde die Hoffnung der 12.000 Menschen in Deutschland, die auf ein Spenderorgan warten, maßlos enttäuscht.

Dabei sind Zahlen alarmierend: Die durchschnittliche Wartezeit auf eine Niere beträgt bis zu 6 Jahre, auf ein Herz bis zu 2 Jahren.
„Die gefundene Übereinkunft“, so Garbrecht, „wird den betroffenen Menschen wenig helfen. Es wäre eine Akt der Humanität, der Nächstenliebe, der mitmenschlichen Solidarität gewesen sich verbindlich zur Organspende zu verhalten. Diese als Zustimmungslösung benannte Regelung, die von Steinmeier und Kauder in politische Diskussion gebrachte Lösung, wäre ein Durchbruch gewesen.“

Auch der NRW Landtag habe sich in diesem Sinne entschieden.
Bremser sei offensichtlich die FDP, die sich in NRW beim Antrag enthalten hat und im Bund eine zukunftsweisende Regelung verhindert.
Die nun als Durchbruch gefeierte Lösung regelt die Kostenübernahme der Anschreiben an die Krankenversicherten sowie die verbindliche Einführung von Transplantationsbeauftragten an den Kliniken, was in NRW schon seit 2007 verbindlich geregelt ist.
„Unterm Strich gab es Bewegung in die richtige Richtung, aber Geschwindigkeit ist das nicht“, so der Abgeordnete abschließend.