Pressespiegel:

  • 14. April 2012
Am 14. April erschien in der Neuen Westfälischen:

Selbstbewusst und optimistisch

LANDTAGSWAHL: Für die SPD-Kandidaten beginnt der Straßenwahlkampf




Zum Wahlkampfauftakt luden die Sozialdemokraten gestern in die Uni ein. Der Ort war bewusst gewählt. „Die meisten Landesmittel gehen an die Universität, rund eine Milliarde Euro in den nächsten Jahren“, sagt Garbrecht (62), seit 2000 in Düsseldorf und dort unter anderem Vorsitzender des Sozialausschusses und Mitglied im Medizin-Ausschuss. Georg Fortmeier greift ein Thema auf, mit dem politische Gegner punkten wollen: die Medizinische Fakultät. „Wir hätten jetzt den ersten Schritt gemacht und einen Antrag zur Kooperation der Universitäten Bielefeld und Bochum zur Mediziner-Ausbildung gestellt.“ Ziel bleibe eine eigene Fakultät in Bielefeld. Wann es dazu kommen könne, sei dahingestellt. Garbrecht, der sich vorgenommen hat, ein Landtagsmandat bis 2017 zu erringen („Ich gehe mit 67 in Rente“) legt wie immer deutlich vernehmbar nach – in Richtung derjenigen, die eine Fakultät fordern und gleichzeitig die Verschuldung anprangern: 300 bis 400 Millionen Euro würde die Medizinische Fakultät kosten, das könne das Land nur mit Hilfe des Bundes schultern.




Für die 20-monatige Regierungszeit von Rotgrün ziehen alle drei erwartungsgemäß eine positive Bilanz. In Sachen Betreuung von unter Dreijährigen stehe Bielefeld hervorragend dar, die Quote von 35 Prozent sei erreicht, müsse aber erhöht werden. Bis 2013 würden dafür weitere 4,16 Millionen Euro nach Bielefeld fließen, berichtet Regina Kopp-Herr (54), seit 2010 im Landtag (Mitglied im Familienausschuss, stellvertretende Vorsitzende des Frauen-ausschusses). „In Sachen Landesförderung schneidet Bielefeld gut ab“, betont Georg Fortmeier (56). Auch er zog erst 2010 in den Landtag ein, ist stellvertretender Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses und Mitglied im Wissenschaftsausschuss.


Regina Kopp-Herr kandidiert im Wahlkreis 93 (Brackwede, Senne, Sennestadt, Stieghorst, Heepen) und hat als einzige der drei einen guten Platz auf der SPD-Landesliste: Rang 25. Garbrecht will den Wahlkreis 92 (Mitte, Schildesche, Gadderbaum), den er bereits drei Mal klar gewann, erneut holen.


Nur 40 Prozent der Wahlberechtigten im Wahlkreis 94 sind Bielefelder (Jöllenbeck, Dornberg), die meisten wohnen im Altkreis Halle. Georg Fortmeier der 2010 davon profitiert hatte, dass CDU-Kandidat Kozlowski 2005 sein frisch errungenes Mandat gegen einen Posten als Staatssekretär tauschte, freut sich über viel prominente Unterstützung beim Wähler-Werben im Altkreis: Schon am Sonntag geht er zusammen mit Franz Müntefering zum Kaffeetrinken in eine Haller Kleingartenanlage. Hannelore Kraft sowie die Minister Ralf Jäger und Harry Voigtsberger wird er ebenso begrüßen wie den Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion Norbert Römer. „Am 4. Mai kommt der Parteivorsitzende Sigmar Gabriel nach Versmold, das wird mein Wahlkampfhöhepunkt“, sagt Fortmeier. Der Termin sei jedoch seit langem abgemacht gewesen, „der Wahlkampf hat damit eigentlich nichts zu tun.“ In Dornberg will Fortmeier außerdem den Ex-Bundestagsabgeordneten Rainer Wend, jetzt Manager bei der Post AG, zu einer Podiumsdiskussion empfangen.