Pressespiegel:

  • Bielefeld, 02. Mai 2012
1./2. Mai 2012, die Neue Westfälische berichtet:

Ein Sinnesgarten für Senioren

Neue Anlage soll das Gedächtnis von demenzkranken Menschen trainieren

Ein Duft kann Erinnerungen wecken, Mitarbeit das Gemeinschaftsgefühl fördern. Diese und mehr Möglichkeiten will der neue Sinnes- und Erlebnisgarten des Wilhelm-Augusta-Stifts seinen Bewohnern bieten. Im Hochsommer soll die Anlage fertig sein.


Rosen und Lavendel werden dort ihren Duft verströmen, Rhododendren ihre Blüten entfalten. Die Senioren können an Hochbeeten mitarbeiten oder an Tastbeeten die Bepflanzungen durch einfaches Berühren kennenlernen. In der Mitte der Anlage gibt es einen Platz der Begegnung, für Feste und Vorträge. Den speziell für Demenzpatienten konzipierte Garten umsäumt ein Weg, der die Besucher immer wieder zum Ausgangspunkt zurückführt. „Hier geht es darum, dass die Senioren sehen, riechen und fühlen können“, sagt Hausleiterin Sabine Linnemann.


Die Kosten der Anlage in Höhe von 140.000 Euro übernimmt zur Hälfte die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW. Sie ist als soziales Pendant zu den Spielbanken des Landes entstanden, deren Gewinne ihr zum Teil zufließen. Günter Garbrecht ist stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrates. Der SPD-Landtagsabgeordnete war am Montag beim ersten Spatenstich dabei. Ohne Spenden wäre solch ein Projekt nicht zu verwirklichen, betonte Nicolas Tsapos, Vorstandsmitglied der AWO, in deren Trägerschaft sich das Seniorenzentrum befindet.


Die Stiftung Wohlfahrtspflege richtet seit Jahren ihr Augenmerk auf Sinnesgärten. Die Therapie der Sinne soll dabei helfen, Menschen mit Demenzerkrankungen ihre Erinnerungen zurückzubringen. Der Geruchssinn eines Menschen ist im Gehirn direkt mit Empfindungen und Gedächtnisfunktionen verbunden.


Das Gedächtnis vergisst nie einen Duft und ein damit verbundenes Ereignis. Auch im Wilhelm-Augusta-Stift soll der Garten das autobiografische Gedächtnis Dementer trainieren.