Pressespiegel:

  • 21. August 2012
Politik

Millionenspritze für U-3-Kinderbetreuung in NRW

Politik

Millionenspritze für U-3-Kinderbetreuung in NRW

Zum 1. August 2013 müssen alle Länder für ein Drittel der Ein- und Zweijährigen einen Krippenplatz haben. Sie sei zuversichtlich, dass dieser Rechtsanspruch in NRW umgesetzt werden könne, sagte Kinderministerin Ute Schäfer (SPD). Eine Klagewelle befürchte sie nicht. Derzeit fehlen in NRW noch 27.000 von rund 144.000 erforderlichen U-3-Plätzen.


Schon jetzt sei klar, dass der Ausbau nächstes Jahr nicht abgeschlossen werden könne, sondern die Nachfrage weiter anziehen werde. Daher sollen zusätzlichen Millionen im Landeshaushalt eingeplant werden. Auch der Bund habe sich bereit erklärt, weitere Mittel zur Verfügung zu stellen.


Mit diesem Kindergartenjahr stehen laut Schäfer in NRW insgesamt 117.000 Betreuungsplätze für Unterdreijährige zur Verfügung, darunter 84.500 in Kindertageseinrichtungen und 32.500 in der Tagespflege. Allein im vorigen Jahr seien landesweit 16.000 weitere U3-Plätze geschaffen worden. Schäfer sprach von einer „beispiellosen Aufholjagd“. Dennoch fehlten noch 27.000 U3-Plätze, um die Bedarfsquote von 32 Prozent erfüllen zu können. Bei dieser Quote gilt der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz als erfüllt. Bei 144.000 U3-Plätzen wäre laut Schäfer die Betreuung von 35 Prozent der einjährigen und 60 Prozent der zweijährigen Kinder sichergestellt


Künftig will sich das Land mit rund 55 statt 35 Prozent an den sogenannten Kindpauschalen für unter Dreijährige beteiligen. Sie gehe davon aus, dass ein entsprechendes Belastungsausgleichsgesetz bald im Landtag verabschiedet werde, sagte Schäfer. Bis 2018 werde das Land die Kommunen mit Ausgleichszahlungen von insgesamt rund 1,4 Milliarden Euro entlasten.


Offene Fragen will die Ministerin Ende August bei einem Landeskrippengipfel mit Kommunen und Verbänden erörtern. Dazu gehöre auch das Fachkräfteproblem. Derzeit arbeiten rund 86.000 Beschäftigte in den Kindertagesstätten des Landes.