Pressespiegel:

  • 25. Oktober 2012
Am 25.10. 2012 erschien im Mindener Tageblatt:

Einkommensarmut geht Altersarmut voraus

Podiumsdiskussion der SPD AG 60plus: Altern in Würde - Miteinander der Generationen / Hohe Pflegekosten

Einkommensarmut geht Altersarmut voraus

Podiumsdiskussion der SPD AG 60plus: Altern in Würde - Miteinander der Generationen / Hohe Pflegekosten


Minden (mt/um). Die rund 120 Teilnehmer in der Sporthalle Nettelstedt bestätigten, dass das Thema "Altern in Würde - Miteinander der Generationen" von allgemeinem Interesse ist. Moderator Achim Post, SPD-Bundestagskandidat für Minden-Lübbecke, begrüßte rund 120 Gäste sowie die Podiumsteilnehmer.




Die Vertreter aus sieben Kreisverbänden: Thomas Volkening (von links), Susanne Leimbach, Achim Post (Moderator), Dirk Hanke, Ernst-Wilhelm Rahe, Dr. Ralf Niermann, Günter Garbrecht, Wilfried Ahrendmeyer (Organisator der Veranstaltung) und Bernd Möller, neuer Vorsitzender der AG 60plus. | Foto: pr

Mit der Frage, was die einzelnen Einrichtungen und Verbände dazu beitragen, dass Altern in Würde möglich sei, ging die Podiumsdiskussion der SPD AG 60plus in die erste Runde. Susanne Leimbach, Geschäftsführerin der Caritas in Minden, verwies in diesem Zusammenhang auf Angebote für Ältere, wie die Sozialstation, die eine Pflege durch Angehörige im Haus unterstützt, sowie Altenklubs und Seniorenreisen für Hochbetagte.

Zentrale Bedeutung gewann die Aussage von Dirk Hanke, Geschäftsführer der AWO Minden-Lübbecke, der das Thema differenziert betrachtete. Altersarmut beginne meistens nicht erst im Alter, sondern bereits im Berufsleben durch niedriges Einkommen oder Arbeitslosigkeit. Daher müsse bei der Organisation der Arbeit angesetzt werden und ein angemessenes Einkommen gezahlt beziehungsweise Arbeitsplätze geschaffen werden.

Dem stimmte auch der Landtagsabgeordnete Günter Garbrecht zu. Er betonte, dass die Angebote der Wohlfahrtsverbände hier nicht ausreichten. Geschäftsführer der Pari-Sozial in Minden, Thomas Volkening, betonte, es sei ein Skandal für eine reiche Gesellschaft, dass viele Bürger in Ostwestfalen-Lippe zum Beispiel auf die "Tafel" angewiesen seien. Er forderte eine vernünftige Organisation der Arbeit.

Aus dem Plenum kam die Frage, warum ausschließlich die Arbeit als Voraussetzung für Sozialsysteme herangezogen werde und nicht die Verteilung des Vermögens. Landrat Dr. Ralf Niermann verwies auf das Thema Mindestlöhne und betonte, dass der demografische Wandel auch eine Chance sei. Von dem Erfahrungsschatz der Älteren könnten auch die Jüngeren profitieren.

Ernst-Wilhelm Rahe, Regionalvorsitzender der SPD Ostwestfalen-Lippe, forderte, dass die Selbstbestimmtheit im Alter sowie die aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben so lange wie möglich erhalten werden solle, worin ihm alle Podiums-teilnehmer zustimmten. Wohnprojekte für Senioren vom Land und von den Kommunen seien dafür ein wichtiger Faktor sowie auch die Aufwertung des Berufes von Altenpflegern.

Aus den Reihen des Publikums kam die Forderung, dass die SPD angesichts des heutigen Pflegekräftemangels den Beruf des Altenpflegers attraktiver gestalten müsse. Dies scheitere leider oft an der Finanzierbarkeit der hohen Kosten, die Pflege verursache, räumten mehrere Podiumsteilnehmer ein.