Pressespiegel:

  • 12. März 2013
Am Samstag, den 9.3., erschien in der NW:

Immer mehr ältere Drogenabhängige

Gesundheitsministerin Barbara Steffens informiert sich in Bielefeld über Probleme und neue Themenfelder

Immer mehr ältere Drogenabhängige
Gesundheitsministerin Barbara Steffens informiert sich in Bielefeld über Probleme und neue Themenfelder

Bielefeld (kurt). Die Probleme sind vielschichtig, die Finanzierung fragil – da schadet der Gedankenaustausch mit Gesundheitsministerin Barbara Steffens in der Drogenberatung nicht. Zu diesem kam es gestern. Steffens diskutierte mit Geschäftsführung und weiteren Mitarbeitern aktuelle Fragen rund um die Substitution (also die Behandlung mit Drogenersatzstoffen), die Glücksspielsucht, die Integration Abhängiger in den Arbeitsmarkt sowie steigende Verarmung der Abhängigen. Auch ein Thema: Der immer höhere Anteil älterer Abhängiger – und damit verbunden das Problem des Wohnens. Geschäftsführer Michael Wiese: „Die sind mit uns älter geworden, noch aber haben wir keine validen zahlen, wie viele der 2.500 Drogenabhängigen in Bielefeld ältere Menschen sind.“


Was sich aber abzeichne: Die älteren Abhängigen seien eine besondere Klientel, oft gezeichnet von Jahrzehnten der Abhängigkeit, meist überhaupt nur alt geworden, weil sie Drogenersatzstoffe bekommen. „Sie sind rein körperlich etwa zehn Jahre älter als Gleichaltrige ohne Drogenkonsum“, sagt Wiese. Auf ihre Bedürfnisse müsse subkulturell eingegangen werden, ein Thema „in den Kinderschuhen“.


In Altenheimen sieht er diese Menschen nicht, „da müssen wir andere Wohneinheiten finden“ – Wohngruppen, die eng mit der Pflege verbunden sind. Erste zarte Vorgespräche gebe es, spruchreif sei bisher nichts. „Hier erwarten wir von der Politik Unterstützung und natürlich Geld“, sagt Wiese, wohlwissend, dass das mit dem Geld derzeit auf allen Ebenen schwierig ist.


Ein anderes Thema, das Luise Lessmann (Leitung Substitutionsabteilung) und Wiese umtreibt, ist die absackende Zahl der Ärzte, die sich mit der Substitution befassen und die Klienten betreuen. „Für jüngere Ärzte ist das oft Schmuddelmedizin, es gibt Engpässe“, sagt Wiese.