Pressespiegel:

  • 18. April 2013
Am 18. April erschien in der Neuen Westfälischen folgender Artikel:

Bauminister Groschek besucht das Quartier Carlmeyerstraße


Lokales
Wohnen mit Wir-Gefühl
Bauminister Groschek besucht Bielefelder Quartier und lobt es als vorbildlich

VON KURT EHMKE

Bielefeld. Goldmedaille für Bielefeld. Bauminister Michael Groschek vergab das Edelgold gestern verbal – und würdigte so das Quartier Carlmeyer-/ Albert-Schweitzer-Straße und die Akteure vor Ort. BGW und Freie Scholle sind es, die hier Hand in Hand mit weiteren Partnern einen Entwurf vom Wohnen geschaffen haben, der für den Minister ein Blick in die Zukunft ist.

965 Wohnungen, viele von Singles bewohnt, etliche von älteren Menschen, einige von Familien – mit durchaus großer Spreizung im Mietniveau – es ist ein buntes Viertel, das entstanden ist aus sanierten Häusern und neu gebauten. Ein Quartier mit Servicestützpunkt, Tai-Chi-Garten, zwei Finnbahnen zum Laufen, einer Boulebahn, mit unterschiedlich Treppen als Bewegungsangebot, mit Outdoor-Ergometern, mit Nachbarschaftstreff, Bewegungsparcours, Wohncafé und Mehrgenerationenhaus. Die Partner: der Verein Alt und Jung, die Uni, die AWO.

Für BGW-Chef Norbert Müller alles Ausdruck „einer guten Kultur der Zusammenarbeit“, was für Freie-Scholle-Chef Kai Schwartz „nicht selbstverständlich“ ist. Der Minister raunt bei diesem Satz ein leises „sehr richtig“ vor sich hin.

Müller beschreibt die Idee hinter dem Quartier: „Wir bauen Barrieren ab, sanieren energetisch, bieten lebensgerechte Dienstleistungen an und arbeiten am technikunterstützten Wohnen – also der Wohnung, die zum Pflegestandort wird.“ Alles mit dem Ziel „Stärken es Wir-Gefühls“ und „der gemeinsamen Verantwortlichkeit“.

Groschek hörte sich das alles an, sah sich später im Quartier um; Fazit: „Die Menschen haben ein Recht auf Heimat vor der Haustür, in ihrem Stadtquartier.“ Heißt: Nicht nur in den eigenen vier Wänden, sondern in einer Ecke der Stadt, in der sie sich ihre Heimat aufbauen, wo im Alter vielleicht die Wohnung gewechselt wird, aber nicht das Quartier. Das gehe nur, wenn in den Quartieren bunt gelebt werde, mit Stadtteilschulen, Nahversorgern, mobiler Altenpflege, Begegnungszentren, Kultur- und Sportangeboten. Ziel: „Nahmobilität.“ Weiteres Ziel: Fördermittel sollen passgenauer zugeschnitten werden auf Projekte, die diese Ansprüche erfüllen.

In NRW ist das nicht so einfach, führte Groschek aus, er sieht drei Ligen beim Wohnen:

´ die von Bonn über Köln bis Düsseldorf und Münster – hier gebe es eine überbordende Nachfrage, werde Geld in Betongold verwandelt statt in Steueroasen abzufließen. Das Problem: „Jeder muss seinen Platz in der Stadt finden, bezahlbar.“

´ die, in der Bielefeld spielt – hier gibt es eine ausgeglichene Nachfrage und müsse das Gleichgewicht zwischen privater Investition und öffentlicher Förderung gewahrt werden.

´ die der Sorgenkinder – es gebe ländliche Gebiete, die bereits unter der Landflucht litten und Teile des Ruhrgebietes, wo vor jedem Neubau erst ein Abriss stehe.