Pressemitteilung:

  • 26. November 2014
Am 26.11.2014 sagt Günter Garbrecht MdL;

Kein Kind zurücklassen: Land führt Schulsozialarbeit weiter

Kein Kind zurücklassen: Land führt Schulsozialarbeit weiter

Günter Garbrecht: Abhängigkeit von sozialer Herkunft und Bildungschancen weiter entkoppeln

 

Das Land NRW führt die Schulsozialarbeit weiter. Darauf hat sich heute die rot-grüne Landesregierung verständigt. Nachdem der Bund Ende 2013 aus der Finanzierung ausgestiegen ist, drohte vielerorts ein finanzieller Engpass bei der Weiterführung der Schulsozialarbeit: Die Stellen standen auf der Kippe. Diese Gefahr ist nun gebannt. Das Land NRW fördert die Schulsozialarbeit in den kommenden Jahren in Bielefeld mit 929.267,67 Euro und übernimmt so einen Anteil von 80 Prozent – 10 Prozent mehr als im landesweiten Durchschnitt. Insgesamt stellt das Land für die kommenden Jahre jeweils rund 48 Millionen Euro für die Kommunen in NRW zur Verfügung.

 

„Das ist ein guter Tag für Bielefeld. Schulsozialarbeit trägt wie die Jugendsozialarbeit dazu bei, individuelle und gesellschaftliche Benachteiligungen durch besondere sozialpädagogische Maßnahmen auszugleichen. Damit ist sie auch ein Element einer präventiven Arbeitsmarkt-, Bildungs- und Sozialpolitik“, gt der Bielefelder SPD-Landtagsabgeordnete Günter Garbrecht überzeugt und weiter: „Wir schaffen mit Schulsozialarbeit im besonderen Maße eine Verbesserung der Integrationschancen der Leistungsberechtigten nach dem Bildungs- und Teilhabepaket. Konkret können Kinder aus finanzschwachen Familien am normalen Schulalltag und am kulturellen Leben teilhaben, was deren Bildungserfolg sichert und die Generationenverfestigung von Transferbezug durchbrechen hilft.“ Die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter werden an Grundschulen, in den ersten Klassen der Haupt- und Förderschulen, beim Übergang in den Beruf, aber auch im Umfeld der Schulen eingesetzt.

„Insbesondere die sozialraumbezogene Umsetzung des Programms der REGE in Bielefeld trägt den besonderen Anforderungen des Landes, das Umfeld der Schulen mit einzubeziehen, schon heute Rechnung“, ist sich Günter Garbrecht, Vorsitzender des Aufsichtsrates der REGE, sicher.

Damit ist klar: Die SPD-geführte Landesregierung unter Hannelore Kraft steht zu ihrem Prinzip ,Kein Kind zurücklassen‘. „Das Land springt ein, weil der Bund die zeitlich begrenzte Unterstützung dieser immens wichtigen Arbeit nicht verlängert hat. Im Landesdurchschnitt übernimmt das Land einen Anteil von 70 Prozent der Kosten. Einmal mehr beweist die Landesregierung damit: Das Land ist ein verlässlicher Partner der Kommunen“, so Garbrecht abschließend.

Zum Hintergrund:

Das Land Nordrhein-Westfalen wird den 53 kreisfreien Städten und Kreisen die Weiterfinanzierung derSchulsozialarbeit durch ein eigenes Förderprogramm ermöglichen. Das Förderprogramm hat ein Gesamtvolumen gut 48 Millionen Euro und erstreckt sich über drei Jahre, von 2015 bis 2017.

Die Schulsozialarbeit ist ein wichtiges Element unserer vorbeugenden Sozial- und Bildungspolitik. Um kein Kind zurückzulassen, müssen frühzeitig jene Hürden abgetragen werden, die echter Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit im Wege stehen. Ursprünglich war die Schulsozialarbeit aber eine Aufgabe des Bundes im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepaketes: Doch seit dem 1. Januar 2014 kommt der Bund seiner Verantwortung zur Weiterfinanzierung der Schulsozialarbeit im Rahmen des BuT nicht mehr nach. Da mit dem Bund keine Einigung zur Weiterfinanzierung dieser so wichtigen Schulsozialarbeit erzielt werden konnte, hat die Landesregierung nunmehr beschlossen, die kreisfreien

Städte und Kreise durch ein Förderprogramm für Schulsozialarbeit zu unterstützen.

Was sind die Ziele des Programms?

Die Zielgruppe des Förderprogramms sind Kinder und Jugendliche, die aufgrund sozialer

Benachteiligungen nur unzureichende Chancen auf Bildung und Teilhabe besitzen. Das Ziel des Programms ist es, die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder und Jugendlichen zu unterstützen und ihr Lebensumfeld zu stabilisieren. Um die Voraussetzungen für ihren Schulerfolg zu verbessern, soll das Programm die Bereitschaft zum Lernen fördern, Fehlzeiten verringern und Abbrecherquoten reduzieren.

Zudem unterstützen Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen die Jugendlichen beim Übergang von der Schule in den Beruf.

Nach welchen Kriterien sollen die Schulen ausgewählt werden?

Die im Programm einzusetzenden Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen sind sowohl an Grundschulen als auch an weiterführenden Schulen (insbesondere Haupt- und Förderschulen) einzusetzen. Das soziale Umfeld der Schulen soll ausdrücklich miteinbezogen werden. Es sind solche Schulen auszuwählen, in denen das Schulleben und das Umfeld der Schulen durch schwierige soziale Strukturen geprägt werden.

Wie werden die Fördermittel verteilt?

Die Förderung des Landes erfolgt als Personalkostenzuschuss.

Dabei geht die Landesregierung von den tatsächlichen Bedürfnissen in den kreisfreien Städten und Kreisen aus, die sich in den Ergebnissen einer Abfrage der LAG Schulsozialarbeit darstellen. Danach waren zum 30. Juni 2014 noch ca. 1.500 Schulsozialarbeiterlinnen beschäftigt. Eine Stelle wird mit 45.000 Euro p.a. veranschlagt. Hieraus folgt ein jährliches Volumen in Höhe von 67,5 Millionen Euro. Davon trägt das Land 70 Prozent, also rund 48 Millionen Euro, und die Kommunen durchschnittlich 30 Prozent. Die Verteilung der Landesmittel erfolgt entlang des Verteilungsschlüssels für die Fördersätze der Städtebauförderung, um dem tatsächlichen Bedarf gerecht zu werden und um die Haushaltssituation der Kommunen zu berücksichtigen.