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  • 07. Januar 2015

Günter Garbrecht: Mobiel macht immobil

Sozial- und Gesundheitsexperte kritisiert Verkehrsbetrieb mobiel für Beförderungsverbot von E-Scootern scharf

Günter Garbrecht:  Mobiel macht immobil

 

Sozial- und Gesundheitsexperte kritisiert Verkehrsbetrieb mobiel für Beförderungsverbot von E-Scootern scharf

 

Der Vorsitzende des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landtags NRW, Günter Garbrecht, zeigt sich erschüttert ob der Bekanntmachung einiger Verkehrsbetriebe in OWL, darunter auch mobiel in Bielefeld, mit sofortiger Wirkung die Beförderung von E-Scootern zu verbieten: „Verkehrsunternehmen sind für alle Menschen in der Stadt da und sollen die Mobilität sicher stellen. Das ist ihr Auftrag. Stattdessen schränken sie die Mobilität von Menschen mit Behinderungen mit dem Beförderungsverbot nun stark ein und lassen sie im Regen stehen“, so der Abgeordnete und weiter: „Das ist ein unhaltbarer Zustand, zumal sie allein in Nordrhein-Westfalen dreistellige Millionenbeträge pro Jahr erhalten, um die betroffenen Menschen mit Behinderungen zu befördern.“

Laut Garbrecht steht nun auch eine andere Frage im Raum: „Wie sich das Beförderungsverbot in Übereinstimmung mit dem öffentlichen Auftrag der Personenbeförderung in Einklang bringen lässt, erschließt sich mir in keiner Weise. Ziel einer inklusiven Gesellschaft müsse es sein, dass Menschen so oft und so lange wie möglich selbstständig leben und in ihrer eigenen Wohnung und dem vertrauten Umfeld bleiben können. Ein E-Scooter erleichtere derzeit über 30.000 Betroffenen im Land den Besuch beim Hausarzt, bei der Stadtverwaltung oder den Weg zum Einkaufen.“ Besonders grotesk ist für Garbrecht: „Für den Fall des Falles auf die Verantwortung des Fahrers des E-Scooters zu verweisen, ist schon ein starkes Stück. Die Frage nach der tatsächlichen Anzahl von Zwischenfällen mit E-Scootern drängt sich hier förmlich auf, aber auch im Umkehrschluss die Überlegung, wie viele Unfälle jährlich insgesamt in den Bussen und Bahnen von mobiel passieren. Nicht, dass man hier womöglich noch vergisst, eine weiter Gruppe mit hoher Schadensquote auszuschließen“, so Garbrecht ironisch.

„Es bleibt zu hoffen, dass - im Interesse der behinderten Menschen - mit einer zügigen Lösung gerechnet werden darf und die inklusive Gesellschaft künftig nicht von solch grotesken Entscheidungen torpediert wird“, so Garbrecht abschließend.