Pressemitteilung:

  • Bielefeld, 30. Juli 2015

Verschandelung des Mahnmals vor dem Hauptbahnhof zur Erinnerung an die Deportation der ostwestfälischen Juden ist nicht hinnehmbar – Stadt kann und muss handeln!

„Welches Bild bietet das Mahnmal zur Erinnerung an die Deportierten vor dem Bielefelder Hauptbahnhof?“ Empört zeigt sich der Bielefelder Landtagsabgeordnete Günter Garbrecht über die immer wiederkehrenden Verunstaltungen des Mahnmals vor dem Hauptbahnhof, hauptsächlich durch dort angekettete Fahrräder.

„Muss ich erst mit dem Bolzenschneider kommen, um die Würde des Mahnmals bzw. der Menschen, an die es erinnert, zu wahren?“, so Garbrecht, der gleichzeitig die rein ordnungsrechtliche Behandlung des Problems durch die Bielefelder Verwaltung kritisiert. Es ist ja aufgrund von Eigentumsrechten der Deutschen Bahn einerseits und der Verantwortung für die öffentliche Fläche andererseits nicht einfach eine angemessene Lösung zu finden, doch angesichts des seit Jahren bekannten Ärgernisses hätte es längst eine Lösung geben müssen. In diesem Zusammenhang regt Garbrecht an, den Erlass einer Gestaltungssatzung ernsthaft zu prüfen, insbesondere wenn demnächst neue und zusätzliche Radabstellmöglichkeiten geschaffen sind.

Günter Garbrecht verweist in diesem Zusammenhang auf den Münsteraner Bahnhofsvorplatz, der von abgestellten Fahrrädern freigehalten wird, da dort ausreichend Abstellmöglichkeiten vorhanden sind. Beispielhaft ist die dortige Radstation mit dem größten Fahrradparkhaus Deutschlands. „Wenn Bielefeld sich davon eine Scheibe abschneidet und von diesem und anderen guten Beispielen lernt, dann müssen und sollten Fahrräder an dem Mahnmal der Vergangenheit angehören“, so Günter Garbrecht.