Pressespiegel:

  • Düsseldorf, 02. Dezember 2015
Internationale Tag der Menschen mit Behinderung - 3. Dez. 2015

„NRW ist gut aufgestellt bei der Teilhabe für Menschen mit Behinderung“

Josef Neumann, Inklusionsbeauftragter der SPD-Fraktion:
Morgen ist der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung. "NRW ist im bundesweiten Vergleich Spitzenreiter einer guten Politik für Menschen mit Behinderungen. Wir können selbstbewusst auf das schauen, was wir bislang für die Menschen mit Behinderungen erreicht haben", bilanziert Josef Neumann, Inklusionsbeauftragter der SPD-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag.

"Mehr als die Hälfte der Menschen mit Behinderung in NRW, die wohnbezogene Hilfen benötigen, leben mittlerweile im Bereich des selbständigen, ambulanten Wohnens. Ende 2014 konnten mehr als 57.000 Menschen auf ein ambulantes Wohnangebot vertrauen, stationär lebten gut 43.000. Im bundesweiten Vergleich ist NRW damit führend. Für die Menschen ist das Leben in der eigenen Wohnung von zentraler Bedeutung, sie können ihren Alltag dadurch selbstbestimmter und eigenständiger gestalten.

NRW ist auch bei der Schaffung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderungen auf einem guten Weg. Immer mehr finden einen Arbeitsplatz: im Vergleich zu 2014 fast zehn Prozent mehr. Das ist eine höchst erfreuliche Entwicklung. Dennoch sind die Menschen mit Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt noch immer benachteiligt. Dabei ist Arbeit eine zentrale Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe und Inklusion. Besonders gut sind die Leistungen des Landes für Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen in Werkstätten. Unabhängig von der Schwere ihrer Behinderung wird dort ein Platz garantiert. Bundesweit ist NRW damit das einzige Land, das solch hohe Standards ermöglicht. Dieser sogenannte 'NRW-Weg' ist einmalig und zugleich Beleg dafür, dass grundsätzlich jeder Mensch mit Behinderung ein Mindestmaß an Arbeitsleistung erbringen kann. Wir werden auch bei der Ausarbeitung eines Bundesteilhabegesetzes sehr sorgfältig darauf achten, dass unser NRW-Weg auch weiter möglich bleibt und den besonders schwer betroffenen Menschen zugutekommt.

Als erstes Land bringt NRW ein 'Inklusionsstärkungsgesetz' auf den Weg. Das Gesetz sieht zum Beispiel einen Anspruch für hörbeeinträchtigte Eltern auf Gebärdendolmetscher bei Elternsprechtagen und Elternabenden in Schulen und Kindertageseinrichtungen vor. Sehbehinderte und Blinde können durch Wahlschablonen ihr Wahlrecht selbständig und unabhängig von fremder Hilfe wahrnehmen. Ein neuer, moderner Behinderungsbegriff wird eingeführt. Menschen mit Lernschwierigkeiten sollen Verwaltungsmitteilungen möglichst in leicht verständlicher Sprache erläutert werden. Das Gesetz soll bis Mitte 2016 verabschiedet werden.

Auch im Bereich der Beratungsangebote ist NRW weit vorn: Während andere noch über verbesserte und unabhängige Beratungsstrukturen diskutieren, werden ab 2016 sechs weitere Kompetenzzentren in NRW errichtet. Eines dieser Zentren wird speziell auf die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Sinnesbehinderungen ausgerichtet."