Pressespiegel:

  • Bielefeld, 13. Juli 2016
Aus der "Neuen Westfälischen"

Landeskunde für Flüchtlinge im Landtag

Aktionen: Landtagsabgeordneter Günter Garbrecht führte Asylbewerber durchs Parlament in Düsseldorf. Außerdem gab es Fahrräder für Deutschkurs-Besucher vom "Verein für zeitgemäßes Leben"
Landeskunde für Flüchtlinge im Landtag
Aktionen: Landtagsabgeordneter Günter Garbrecht führte Asylbewerber durchs Parlament in Düsseldorf. Außerdem gab es Fahrräder für Deutschkurs-Besucher vom "Verein für zeitgemäßes Leben"


Bielefeld (mönt). 48 Flüchtlinge aus Bielefeld machten sich jetzt auf nach Düsseldorf. Dort besuchten sie den Landtag und die Innenstadt. Für sie war es ein Tag in Landeskunde. Die Initiative für diesen Ausflug kam von Nebahat Pohlreich vom "Verein für zeitgemäßes Leben" und dem Landtagsabgeordneten Günter Garbrecht (SPD).

Im Landtag diskutierten die Asylbeweber mit den Organisatoren über Demokratie. Dabei schilderten sie auch ihre Lage und ihre Wünsche, die sich vor allem um Arbeit und Wohnen drehen. Pohlreich, klassische Gastarbeiterin der frühen 1970er Jahre, erklärte ihnen, wie es damals gewesen sei. "Auch ich musste drei Jahre in einem Heim wohnen. Und Deutsch musste ich mir selbst beibringen." Mit ihrer Geschichte appellierte sie an die Geduld der Flüchtlinge, und daran, dass auch sie sich anstrengen müssen.

Manche der Teilnehmer erwähnten, dass ihre Kinder nun durch den Schulbesuch mehr Informationen hätten als sie. Garbrecht erkannte darin "kulturelle" Schwierigkeiten der Asylbeweber. "Natürlich steigt der Stellenwert der Kinder dadurch", sagt er, "aber ich habe ihnen gesagt, sie sollen das als Chance begreifen." Nach dem Landtagsbesuch ging es für die Gruppe in die Innenstadt zum Einkaufen.

Wenige Tage zuvor hatten knapp ein Dutzend Flüchtlinge Fahrräder für ihren Weg zu den Deutschkursen zur Verfügung gestellt bekommen. Die Räder sind Spenden von Bielefelder Bürgern. Den Aufruf dazu hatte der "Verein für zeitgemäßes Leben" gestartet, weil einige der Kursteilnehmer Schwierigkeiten haben, von ihren Unterkünften zum Kursort zu kommen. Viele der Flüchtlinge sind mittlerweile weiter außerhalb der Innenstadt untergebracht, unter anderem in den Containerdörfern. Unterstützung erhielt der Verein für zeitgemäßes Leben, der die Deutschkurse anbietet, von der GAB, die für wenig Geld die Räder auf ihre Sicherheit überprüfte und mitunter verkehrstauglich machte; anderseits von Garbrecht. Der Landtagsabgeordnete vermittelte zwischen den Stellen und half auch bei der Übergabe an die Nutzer.

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04 - Bielefeld Dornberg-Werther, Mittwoch 13. Juli 2016