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  • Bielefeld, 13. Februar 2017

Vor Ort leben und arbeiten

Das gilt in NRW für immer mehr behinderte Menschen

Foto 1 (v.l.): Boris Kuhn (Stadt München), Kathrin Stühmeyer (HALFAR®), Ralf Siewert (prosigno®), Bernd Wlotkowski (Werkhaus), Günter Garbrecht, Armin Halfar (HALFAR®), Oswald Utz (Behindertenbeauftragter München), Burkhard Herden (Lebenshilfe)
In NRW leben und arbeiten immer mehr behinderte Menschen vor Ort. Ob in Werkstätten oder in Integrationsunternehmen, die Dezentralisierung der Angebote für behinderte Menschen läuft hier schon lange. Davon konnten sich jetzt der Behindertenbeauftragte der Stadt München, Stadtrat Oswald Utz und Boris Kuhn aus dem Münchener Koordinierungsbüro für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Bielefeld überzeugen. Der SPD-Landtagsabgeordnete Günter Garbrecht hatte ein umfangreiches Besuchsprogramm zusammengestellt, bei dem neben der Bethel-proWerk Werkstatt an der Brokstrasse und dem inklusiven Wohnprojekt Ummeln der Besuch des Integrationsbetriebs prosigno und der Firma Halfar in Oldentrup im Mittelpunkt stand.
Gibt es üblicherweise zwischen einem Integrationsbetrieb, in dem Menschen mit Behinderung einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz ausfüllen und einer normalen Produktion allein schon deutliche räumliche Trennungen, ist dies bei Halfar und prosigno anders: In einem gemeinsamen Gebäude werden von prosigno insbesondere Taschen, Rucksäcke, aber auch Planen mit neuster Technologie bedruckt. Halfar ist mit rd. 100 Mitarbeitern in Bielefeld einer der führenden Anbieter von Taschen und Rucksäcken, sowohl für werbliche wie technische Anwendungen.
Die Betriebsabläufe sind übergangslos zwischen Integrationsbetrieb und den anderen Bereichen organisiert, gemeinsame Aufenthalts- und Sozialräume verstärken den Eindruck. „Hier wird Inklusion gelebt“, so Günter Garbrecht. Davon konnten sich die Münchener Gäste nach einem Betriebsrundgang im anschließenden Gespräch mit Vertretern der Lebenshilfe Bielefeld, in deren Werkhausverbund prosigno angesiedelt ist, und den Geschäftsführern von Halfar nachhaltig überzeugen. Oswald Utz hält es nach wie vor für behinderte Menschen für besonders schwer, einen Arbeitsplatz zu finden. Aber da, wo sozial engagierte Unternehmer mit sozialen Einrichtungen wie hier der Lebenshilfe zusammenarbeiten, da kann auch nach Auffassung von Oswald Utz Teilhabe und Inklusion gelingen.