Pressespiegel:

  • Bielefeld, 21. Oktober 2005
Neue Westfälische

Auf der Suche nach dem Ausbildungsplatz

SPD und Grüne stellen Antrag für Ratssitzung vor: Berufliche Perspektiven von jungen Menschen verbessern
Garbrecht
Initiative für Ausbildungsplätze im Bielefelder Stadtrat: Günter Garbrecht
"Es ist eine der herausragenden Aufgaben der Politik, die beruflichen Perspektiven junger Menschen schnell zu verbessern", ergänzt die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bielefelder Rat, Dr. Inge Schulze.
Garbrecht und Schulze wollen mit ihren Parteien in der nächsten Ratssitzung am Donnerstag, 27. Oktober, einen Antrag zur Ausbildungsplatzsituation verabschieden. So soll die Verwaltung bis zum 1. Februar 2006 eine sogenannte Berufsfachschule Plus mit 60 zusätzlichen Plätzen einrichten. Für den außerbetrieblichen praktischen Teil der Ausbildung sollen neben den vorhandenen Kapazitäten des Berufskollegs auch die Möglichkeiten von außerschulischen Kooperationspartnern genutzt werden. Genau da liegt das Problem, denn die vollschulische Ausbildung wird von den Betrieben nicht gut akzeptiert.
Konkret fordern Schulze und Garbrecht, dass ArbeitPlus 65 Ausbildungsplätze finanziert. Die Mittel für die Jugendberufshilfe sollen in den Haushalten von 2006 bis 2010 von 1,2 Millionen auf 1,5 Millionen Euro aufgestockt werden. Außerdem soll sich die Stadt in Bielefeld für eine stärkere Verbundausbildung einsetzen - zwischen kleineren Unternehmen und Weiterbildungsträgern.
Die Rund 800 Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz in diesem Jahr sind nur die Spitze des Eisbergs. Denn daneben gibt es auch rund 5.400 Jugendliche unter 25 Jahren, die von staatlichen Transferleistungen leben und die nicht auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind. Garbrecht und Schulze: "Mithin bedarf insgesamt eine Zielgruppe von Rund 6.200 Menschen unter 25 Jahren unsere Hilfe."
Die beiden Politiker kritisieren die städtische Schulentwicklungen, die den Bereich der berufsbildenden Schulen bislang vernachlässigt habe.