Pressespiegel:

  • Bielefeld, 20. April 2007
Neue Westfälische

Praktiker protestieren

Arbeitsminister Laumann will Förderung der Arbeitslosenzentren einstellen
Die SPD läuft Sturm gegen die Pläne von Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). „Wir geben den Kampf noch nicht verloren. Arbeitslosenzentren sind unabhängige Anlaufstellen für arbeitslose Menschen. Sie müssen unbedingt erhalten bleiben“, sagt der SPD-Abgeordnete Günter Garbrecht aus Bielefeld.


Minister Laumann argumentiert, mit der Hartz-IV-Reform sei die Verantwortung für die Integration und Beratung von Langzeitarbeitslosen einzig den Arbeitsgemeinschaften (Argen) und Optionskommunen übertragen worden. Zudem stünden dem Land weniger Mittel zur Verfügung.


Praktiker verweisen jedoch darauf, dass die Arbeitslosenzentren und -beratungsstellen vielfältige Hilfe leisten. Die Betroffenen erhalten Unterstützung auch bei familiären, finanziellen und psychischen Problemen. Außerdem werde hier ,,manchem Ärger die Spitze genommen“, sagt Rainer Radloff, Geschäftsführer der Bielefelder Arbeitsgemeinschaft „Arbeit plus“. Radloff ist deshalb über die Ankündigung aus Düsseldorf ,,nicht glücklich“. Die Arbeitsgemeinschaften könnten als zuständige Stelle für die Leistungsgewährung nicht gleichzeitig der Anwalt der Langzeitarbeitslosen sein, sagt Radloff.


Dass Langzeitarbeitslose einen hohen Beratungs- und Betreuungsbedarf haben, wird immer wieder deutlich. So werden im Bielefelder Arbeitslosenzentrum pro Jahr etwa 1.800 persönliche und mehr als 1.300 telefonische Beratungen durchgeführt. Die Beratungsstellen im Kreis Gütersloh und im Kreis Minden-Lübbecke berichten von jährlich etwa 800 Klienten.


„Wir sind keineswegs überflüssig, sondern wir helfen den Arbeitslosen, damit sie das bekommen, was ihnen zusteht“, sagt Karl Ehlert, Berater in Bielefeld. Die Landesförderung betrug insgesamt 4,6 Millionen Euro. Ein Wegfall wäre in den ohnehin schmalen Etats der Arbeitslosenzentren schwer zu verkraften. Sie müssten Stellen streichen und ihre Hilfsangebote reduzieren.