Pressemitteilung:

  • Düsseldorf, 18. Mai 2007

Günter Garbrecht: Revision des Transplantationsgesetzes ist notwendig

Garbrecht
"Zehn Jahre nach Inkrafttreten des Transplantationsgesetzes auf Bundesebene sowie acht Jahre nach Inkrafttreten des Ausführungsgesetzes auf Landesebene müssen wir feststellen, dass die mit den Gesetzen verbundene Hoffnung einer deutlichen Steigerung der Zahl von Organspenden nicht erfüllt ist. Eine Revision des Transplantationsgesetzes ist daher dringend erforderlich", erklärte der SPD-Abgeordnete Günter Garbrecht, Vorsitzender des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales, heute in Düsseldorf. Zwar hätten im vergangenen Jahr in Deutschland 1.259 Verstorbene für eine postmortale Organspende zur Verfügung gestanden, insgesamt bleibe die Zahl bleibe aber immer noch deutlich hinter dem Bedarf zurück. "Die Situation in Nordrhein-Westfalen ist dabei noch schlechter als der Bundesdurchschnitt. Während bundesweit auf eine Million Einwohner im Jahre 2006 durchschnittlich 15,3 Organspenden kamen, bildet Nordrhein-Westfalen mit 12 Organspenden auf eine Million Einwohner eines der beiden Schlusslichter", stellte Garbrecht fest.

Ein weiterer Grund für den Organmangel sei die Nichtausschöpfung des Spendepotenzials, erläuterte der Ausschussvorsitzende. So gebe es organisatorische Defizite und Fehlsteuerungen im Gesundheitssystem, die zu Problemen bei der Erkennung und Meldung möglicher Spender in den Krankenhäusern führten. Garbrecht: "Im Jahr 2005 haben sich trotz der im Transplantationsgesetz niedergelegten Meldepflicht nur 45 Prozent der Krankenhäuser mit Intensivstationen an der Organspende beteiligt. Dieser Missstand ist sowohl auf mangelnde Anreize für Krankenhäuser, sich an der Organspende zu beteiligen, als auch auf mangelnde Sanktionen für die Nichtbeteiligung zurückzuführen." Die SPD-Fraktion habe aus diesem Grund einen Antrag in den Landtag eingebracht, in dem unter anderem die verpflichtende Bestellung von Transplantationsbeauftragten in allen Krankenhäusern in Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Krankenhausgestaltungsgesetzes gefordert werde.