Pressespiegel:

  • 24. Mai 2007
Neue Westfälische

SPD will mehr Organspenden in NRW

Politik
Garbrecht
Nicht erst seit die Staatsanwaltschaft am Essener Uniklinikum wegen des Verdachts des Organhandels ermittelt, ist das Thema Organspende wieder auf der Tagesordnung. Der Nationale Ethikrat schlägt eine Reform des zehn Jahre alten Transplantationsgesetzes vor, einem Antrag der westfälisch-lippischen Ärztekammer folgend, befasst sich seit letzter Woche auch der Vorstand der Bundesärztekammer mit Wegen aus der Organknappheit.

Am Freitag wird der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des NRW-Landtages, Günter Garbrecht, dem Parlament einen Antrag seiner Fraktion vorlegen, der auf eine höhere Zahl von Organspenden im Lande zielt. Zwar ist das Transplantationsgesetz Bundesrecht, die Ausführungsgesetze sind aber Ländersache. Genau da sieht die SPD Handlungsspielräume. „An den insgesamt 339 Krankenhäusern in NRW“, rechnet Garbrecht vor, „gibt es nur 103 freiwillig tätige Transplantationsbeauftragte, nur 152 oder 44,8 Prozent der Kliniken beteiligen sich überhaupt an der Aufgabe Organspende. Alle anderen bleiben hier ohne erkennbare Aktivität.“ Das soll sich ändern, denn das Bundesland NRW hat bundesweit zwar die meisten Transplantationszentren und Transplantationen, gleichzeitig aber das geringste Aufkommen an Spenderorganen. Deshalb soll, so der Vorschlag der SPD, die Landesregierung darauf hinwirken, dass die pauschalen Erstattungen bei Organspenden für die Krankenhäuser kostendeckend sein sollen und dass per Rechtsverordnung in allen Krankenhäusern Transplantationsbeauftragte eingesetzt werden.

Ärztekammer-Chef Theodor Windhorst räumt ein, dass das Land hier nur beschränkte Gestaltungsmöglichkeiten hat. Für ihn ist die Initiative daher nur ein erster Schritt, vergleichbar „einer neuen Prothese für einen Prothesenträger“. Er setzt sich für eine grundlegende Änderung des Transplantationsgesetzes durch die Einführung der Regel ein, dass die Organe eines Menschen dann zur Transplantation freigegeben sind, wenn er selbst zu Lebzeiten oder nach seinem Tode die Angehörigen dem nicht widersprechen. Auch die SPD ist, so Garbrecht, offen für diese Lösung. Die CDU hat bereits Zustimmung zum SPD-Antrag signalisiert, die Windhorst-Initiative geht ihr zu weit.