Pressespiegel:

  • 09. Juni 2007
Neue Westfälische

Düsseldorf Intern

Knochenjob Spargelstechen - Garbrecht zieht Bilanz
Garbrecht
Noch drei Tage nach seinem Ernteeinsatz auf einem Gütersloher Spargel- und Erdbeerhof tat dem hochgewachsenen ehemaligen Werkzeugmacher jeder Knochen weh. Von sechs Uhr morgens bis zum späten Nachmittag hatte er mit vorwiegend polnischen Kollegen Stunde um Stunde zunächst Erdbeeren gepflückt und anschließend Spargel gestochen, in gebückter Haltung, auf den Knien kriechend und gelegentlich den schönen Sonnenschein verfluchend. 45 Kilogramm Erdbeeren und 50 Kilogramm Spargel waren die Ausbeute, obwohl Garbrecht zugeben musste, dass es anfangs vorwiegend Bruchspargel war, den er ans Tageslicht holte, und dass sein polnischer Kollege zwei oder drei Stangen stach, während er eine in den Korb legen konnte.

Für den engagierten Sozialpolitiker und Vorsitzenden des Arbeits- und Sozialausschusses im Landtag ist jedenfalls klar, dass man nicht einfach Arbeitslose zum Ernteeinsatz abkommandieren kann. „Für Ungeübte ist es praktisch unmöglich, jeden Tag bis zu zehn Stunden auf dem Feld zu sein, und das sieben Tage in der Woche, ohne Pause an Sonn- und Feiertagen, für einen Stundenlohn von 5,17 Euro plus Erfolgsprämie.“ Garbrecht hat sich seinen Einsatz in Naturalien vergüten lassen, und das abendliche Spargelessen mit neuen Kartoffeln und westfälischem Schinken wusste er besonders zu schätzen, weil er wusste, wie viel Arbeit dahintersteht.