Pressespiegel:

  • 22. Juni 2007
Neue Westfälische

Viele Fragen zur Georg-Müller-Schule

Bezirksregierung: Alles in Ordnung / Thema im Landtag
Garbrecht
Trotz der Diskussionen um die Schule will Oberbürgermeister Eberhard David (CDU) laut Sprecher Uwe Borgstädt möglichst heute per Dringlichkeitsentscheid den Verkauf des Grundstücks der Grundheider Schule an die evangelikale Georg-Müller-Schule beschließen – mit den Unterschriften von CDU und Grünen. Die rechtfertigen das mit der positiven Auskunft aus Detmold. Klaus Rees (Grüne): „Damit ist es ein normales Grundstücksgeschäft.“ In den Schulausschuss gehöre das Thema nicht.

Gesamtschuldezernent Dieter Spichal, so Morath, habe „diese Woche“ in der Ersatzschule ermittelt. Tatsächlich sei in der Sekundarstufe II, wie von der NW berichtet, das nicht genehmigte Buch „Evolution. Ein kritisches Lehrbuch“ benutzt worden – aber nicht als Lehrbuch, sondern „nur als Unterrichtsmaterial“. In Gesprächen habe Spichal erkannt, dass auch die Evolutionstheorie gelehrt werde, also nicht die Schöpfungsgeschichte alleiniger Maßstab sei. Im Programm der Schule steht: „Einzige Autorität für Leben und Lehre ist die Bibel.“

Offiziell bestreitet die Bezirksregierung, dass es Kontrolllücken an der privaten Bekenntnisschule gegeben hat. Ein Mitglied der Bezirksregierung sagt aber: „Wer was zu tun hatte, war lange unklar.“ Die Schulaufsicht habe weder das Schulprogramm gesehen noch an Lehrerkonferenzen, Versammlungen des Trägervereins und dem Unterricht teilgenommen. Zumindest im Primarbereich sei die Schulaufsichtsbeamtin in Bielefeld zuständig gewesen, also Jutta Schattmann. Die hält sich auf Nachfrage zurück, sagt nur: „Im Grundsatz ist zu prüfen, wie mit Trägervereinen umgegangen wird, die verschiedene Schulformen anbieten.“

Dass an der Georg-Müller-Schule Lehrer nicht eingestellt werden, wenn sie homosexuell sind oder in außerehelichen Partnerschaften leben – in Detmold wird das akzeptiert. Morath: „Das lässt das Schulgesetz zu, Privatschulen können Lehrer nach eigenen Vorgaben einstellen.“

Die SPD fragt die Landesregierung auch, wieso Religionsunterricht an der Georg-Müller-Schule auch ohne Vokation, also ohne kirchliche Lehrerlaubnis, erfolgt.