Meldung:

  • Bochum, RuhrCongress, 25. August 2007

SPD-Bildungsparteitag: NRWSPD will „Die beste Bildung für alle!“

Diskussion auf demParteitag

Breite Diskussion des Antrages "Die beste Bildung für alle" auf dem Parteitag
Franz Müntefering

Auch Vizekanzler Franz Müntefering unterstützte mit seiner Rede vor dem Landesparteitag den Leitantrag: „Die Sozialdemokratie ist im 19. Jahrhundert auch gegründet worden,um Bildung für breite Schichten zu ermöglichen“.
Große Mehrheit

Überwältigende Mehrheit: 99,1 % der Delegierten stimmten am Ende für den Bildungsantrag
Nach über einem Jahr intensiver Diskussion in der ganzen Partei haben die 450 Delegierten am 25. August in Bochum das neue Bildungskonzept der NRWSPD mit großer Mehrheit beschlossen. Bei einer Neinstimme und drei Enthaltungen stimmten 99,1 Prozent auf dem Sonderparteitag für den Leitantrag des Landesvorstandes. „Unser Konzept sichert die beste Bildung für alle“, sagte die SPD-Landesvorsitzende Hannelore Kraft.

Auch auf dem Parteitag wurde intensiv diskutiert. Allein bei der Generaldebatte zum entsprechenden Leitantrag gab es 24 Wortmeldungen, zahlreiche weitere bei den Änderungsanträgen.

Kernpunkt des umfangreichen Konzepts ist die Einführung einer Gemeinschaftsschule bis Klasse 10, in der Hauptschule, Realschule und Gymnasium unter einem Dach zusammengefasst werden. Mindestens bis zur sechsten Klasse sollen alle Kinder gemeinsam unterrichtet werden. „Niemand wird aussortiert“, sagte Kraft.
Die NRWSPD will außerdem eine Ausbildungsplatzgarantie für alle Jugendlichen und einen Ausbau der Weiterbildung. Die von der schwarz-gelben Landesregierung eingeführten Gebühren für das Erststudium will die SPD wieder abschaffen, wenn sie die nächste Landtagswahl im Jahr 2010 gewinnt.

Auch Vizekanzler Franz Müntefering unterstützte mit seiner Rede vor dem Landesparteitag den Leitantrag: „Die Sozialdemokratie ist im 19. Jahrhundert gegründet worden, um Bildung für breite Schichten zu ermöglichen“, sagte er. Er betonte die Bedeutung einer besseren Schulausbildung für alle Kinder. Denn Bildungsarmut sei bei vielen Menschen die Ursache für lebenslange Armut. „Wer will, dass wirklich Armut bekämpft wird, muss dafür sorgen, dass alle Menschen die gleiche Chance haben“, sagte der Bundesarbeitsminister in Bochum.

Die Gemeinschaftsschule sei die „Schule der Freiheit“, sagte Kraft. Die Kritik von NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, mit der Gemeinschaftsschule drohten „zehn Jahre Chaos“, sei „Quatsch“. Die CDU stehe „für mehr und verschärfte Auslese“.
„Wir stehen für die Schulpolitik der Zukunft“, so Hannelore Kraft. Die Gemeinschaftsschule sei besser als alle anderen Modelle und grenze niemanden aus. Sie mache „individuelle Förderung erst wirklich möglich“.