Pressespiegel:

  • 17. Dezember 2007
Neue Westfälische

Fall Maletz soll geprüft werden

Günter Garbrecht: „Es fehlt das Fingerspitzengefühl“
Garbrecht
Für Garbrecht eine unangemessene Reaktion. „Man muss nicht nur im Gesetz nach den Möglichkeiten suchen, Geld einzubehalten, sondern auch nach den Chancen, jemandem Geld zu lassen.“ Er habe Rainer Radloff, Geschäftsführer von Arbeitplus, angeschrieben und darum gebeten, den Fall noch einmal prüfen zu lassen. „Es sollte eine andere Lösung gefunden werden.“

Markus Maletz rate er, Einspruch einzulegen und ein Gericht entscheiden zu lassen. „Ein Gesetz kann nicht immer alle Aspekte des Lebens regeln“, sagt Garbrecht, in Fällen wie diesem müsse nachjustiert werden. „Man muss in der Lebenswirklichkeit bleiben“, so der SPD-Landtagsabgeordnete. Und weiter: „Wenn man im Lotto gewinnt, wird bis 1.000 Euro bar ausgezahlt, da wäre der Gewinner gar nicht erst in diese Situation geraten.“ Hintergrund: Die Aktion Mensch überweist Gewinne.

Für Garbrecht wäre es ein Minimum an Entgegenkommen, dem Gewinner alle bisher eingesetzten Beträge auf die Gewinnsumme anzurechnen – „eben alles, was in der Zeit des ALG-II-Bezuges für das Dauerlos ausgegeben worden ist“.

In Zeiten, in denen über extreme Managergehälter diskutiert werde, sei es nur schwer nachzuvollziehen, dass ein ALG-II-Empfänger einen 500-Euro-Gewinn einer sozialen Einrichtung nicht behalten dürfe.

Im Fall Maletz vermisst Günter Garbrecht eine „soziale Sensibilität“, ihm fehle im Umgang mit einem Menschen wie Maletz „das nötige Fingerspitzengefühl“ – „bei einem 100.000-EuroGewinn wäre das sicher etwas anderes“.