Statement:

  • Bielefeld, 13. April 2000
Vorsitzender d. Sozial- & Gesundheitsausschusses der Stadt:

Günter Garbrecht fordert Erweiterung des Pflegebegriffes

Zum Aktionstag der Bielefelder Alten- & Pflegeheime auf dem Jahnplatz
Bei der Aufnahme sind folgende Kriterien zu registrieren:

1.) Höheres Aufnahmealter

2.) Höhere Pflegebedürftigkeit

3.) Kürzere Verweilzeit

Auch bei der örtlichen Diskussion über den kommunalen Pflegebedarfsplan wird diese Entwicklung überdeutlich.

Insbesondere bei dem Personenkreis, der gerontopsychiatrisch veränderten Menschen in Bielefeld werden wir die Diskussion in der Pflegekonferenz führen, ob der zukünftige Weg in spezielle Versorgungsformen beschritten werden soll.

In der heutigen Aktion wurde zu Recht die politische Verantwortung der Pflegekassen, der Sozialhilfe und der Politik angesprochen.

Bei Missständen in der Pflege gibt es heftige Reaktionen in der Öffentlichkeit und in den Medien. Das ist gut und erforderlich, wenn geplante oder grob fahrlässige Pflichtverletzungen stattfinden. Aber es ist falsch und gefährlich, wenn ganze Dienstleistungsbereiche diskreditiert werden. Dagegen wende ich mich ausdrücklich und habe das in Bielefeld auch immer ausdrücklich getan.

Nur, mit Verschärfungen von Kontrollen allein ist es nicht getan. Insbesondere bei der Versorgung der altersverwirrten Menschen muss ein Konsens gefunden werden. Der rein körperlich ausgerichtete Pflegebegriff ist der wesentliche Hemmschuh bei der Lösung des Problems.

Der Sozialausschuss des Landschaftsverbandes hat sich deshalb in zwei Sitzungen umfassend mit dieser Problematik auseinandergesetzt. Auf Antrag der SPD wurde einstimmig beschlossen:

'Die Betreuung und Pflege von gerontopsychiatrisch erkrankten und altersdementen Menschen sind durch die Erweiterung des Pflegebegriffes künftig als Pflegeleistungen nach SGB XI anzuerkennen und zu finanzieren.'"