Pressemitteilung:

  • Düsseldorf, 06. März 2009

NRW Jusos und AsF NRW: Frauen sind mehr wert!

Vor 60 Jahren haben unsere Mütter und Väter für den Artikel 3 Abs. 2 des Grundgesetzes gekämpft "Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin."

Aber kann man eine wirkliche Gleichberechtigung erreichen, wenn einem die monetären Grundlagen für dieses selbstbestimmte Leben fehlen?

Zum Internationalen Frauentag am 08. März 2009 stellen die NRW Jusos und die AsF NRW wie so oft fest: "In Deutschland erhalten Frauen 23 % weniger Stundenlohn als ihre männlichen Kollegen."

Dieses Problem ist auch in der restlichen Europäischen Union zu beobachten: Wenngleich das Prinzip „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ bereits seit den Römischen Verträgen 1957 einen Grundpfeiler in der Europäischen Union darstellt, ist in der Realität bisher in keinem Land der EU der „Gender Pay Gap“ überwunden worden.

Die NRW Jusos und die AsF NRW fordern daher von der Bundes- sowie Europaebene mehr gezielte Initiativen zur finanziellen Gleichstellung der Geschlechter.

Eine Ursache der großen Lohnungleichheit in Deutschland ist der hohe Anteil von Frauen, besonders mit Kindern, an Teilzeitarbeit und Minijobs.
Die Folge sind meist ein geringes Einkommen oder im extremeren Fall Frauenarmut.
Aber auch die Vergeschlechtlichung der Arbeit, die Konnotation bestimmter Berufsbilder mit Geschlechtern, hat zur Folge, dass die „typischen Frauenberufe“ in der Lohntabelle weit unten stehen. Es muss zu einer Abkehr dieser Verknüpfungen von sozialem Geschlecht und Arbeit kommen, wozu der Schlüssel die Aufwertung der „klassischen Frauenberufe“ ist. Auch vor diesem Hintergrund ist die Forderung der SPD nach einem flächendeckenden Mindestlohn unabdingbar.

Aber auch der geringe Anteil von Frauen in Führungspositionen ist ein Grund für den großen Unterschied beim Lohn von Frauen und Männern in Deutschland, sowie ihrem Ansehen und ihrer Stellung in der Gesellschaft.
Dabei zeigt uns Norwegen, wie es besser geht: Dort wurde für die Privatwirtschaft eine Frauenquote von 40 % in den Chefetagen festgelegt. Die EU hingegen konnte sich bis jetzt nicht zu verbindlichen Quotierungen durchringen und behilft sich bis dato mit Selbstverpflichtungen für die Privatwirtschaft.