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  • Bielefeld, 05. Juni 2009
Anlässlich des bundesweiten Tags der Organspende am 6. Juni erläutert Günter Garbrecht:

Organspende rettet Leben

 In der Folge findet die potentiell mögliche Organspende nicht statt - mit verheerenden Konsequenzen für die betroffenen Menschen, die auf ein Spenderorgan warten. Die durchschnittliche Wartezeit für eine Niere beträgt sechs bis sieben Jahre. Dabei sterben bundesweit täglich drei Patienten von insgesamt 12.000, die auf Wartelisten stehen.

Um hier erfolgreich zu unterstützen ist es unerlässlich, dass das Klinikpersonal fortgebildet wird und Verfahrensschritte für den Fall der Organspende erarbeitet werden. Denn es sind die Ärzte, Schwestern und Pfleger, die mit ihrem tag täglichen Einsatz  den Betroffenen neue Lebenschancen eröffnen. Hier ist das Engagement eines jeden Einzelnen gefragt.

Zudem haben nicht alle Krankenhäuser in NRW die Verpflichtung, Transplantationsbeauftragte zu benennen, umgesetzt. Dies wird im Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landtags NRW zu behandeln sein. Derzeit werden von der DSO 335 Krankenhäuser in NRW von 232 Transplantationsbeauftragten betreut.

Aus einigen Krankenhäusern wird berichtet, dass die Höhe der Pauschale, die für den Aufwand einer Organentnahme gezahlt wird nicht ausreicht, um die tatsächlichen Kosten zu decken. Auch hier gilt es eine politische Lösung zu finden.

Wie es besser gehen kann, zeigen die kürzlich für ihren Einsatz für die Organspende ausgezeichneten Kliniken.*

Bedauerlich ist vor allem, dass in Bielefeld nicht an gute Ergebnisse angeknüpft werden konnte: Im Jahr 2007 gehörte das Evangelische Krankenhaus zu den ausgezeichneten Kliniken. Im vergangenen Jahr konnten (Zeitraum 2008) dort fünf, am St. Franziskus Hospital eine Organspende vorgenommen werden. Vor dem Hintergrund einer gestiegenen Zahl von Organspenden in 2008 (insgesamt 258 in NRW) stimmt diese Zahl nachdenklich.

Es ist angebracht, dass sich die Klinikleitungen der Krankenhäuser in Bielefeld intensiv - im Sinne der Betroffenen - mit dem Thema Organspende beschäftigen. Nur wenn diese in den Klinikalltag eingegliedert ist, kann die Organspende erfolgreich sein.

Die Entwicklung über die Stadtgrenzen von Bielefeld hinaus ist erfreulich, denn auch kleinere Kliniken, wie das St. Elisabeth-Hospital in Gütersloh, das Klinikum Lippe-Detmold  oder das Klinikum Ravensberg in Halle haben 2008 einen Beitrag zur Steigerung der Organspendezahlen und somit zum Erhalt von Menschenleben geleistet.

 

*Die diesjährigen Preisträger sind:

 

  • Medizinisches Zentrum Kreis Aachen gGmbH
  • Universitätsklinikum Bonn
  • St. Antonius-Hospital gGmbH Kleve
  • Universitätsklinikum Köln
  • Helios-Klinikum Krefeld GmbH
  • Klinikum Leverkusen gGmbH
  • St. Marien-Hospital Lünen
  • Evangelisches und Johanniter Klinikum Niederrhein gGmbH
  • Ev. Jung-Stilling-Krankenhaus gGmbH Siegen

 


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