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  • Bielefeld, 08. März 2010

Gedanken zum 100. Weltfrauentag

In Zeiten in denen die bayerischen Jungliberalen beschließen, die „Knechtschaft“ der Männer beenden zu wollen, indem Sie de Abschaffung des Bundesgleichstellungsgesetzes, die Rücknahme aller UN-Resolutionen und Passagen in EU-Verträgen zum Gender Mainstream und das Streichen aller Quotenregelung fordern, zeigt sich, dass ein internationaler Frauentag noch kein Stück an Aktualität eingebüsst hat.

Man muss kein Feminist sein um zu sehen, dass Frauen in unserer Gesellschaft noch immer nicht gleich gestellt sind. So ist auch die einfache Forderung gleicher Lohn für gleiche Arbeit noch immer keine Realität.

Im Schnitt verdienen Frauen etwa ein Viertel weniger als Männer, oft genug sogar im gleichen Job. Fakt ist: Frauen verdienen durchschnittlich 23,2 % weniger Lohn als Männer. Damit liegt Deutschland unter dem europäischen Durchschnitt von 18 % und weit hinter dem Spitzenreiter Italien mit 4,9 % weniger Lohn für Frauen. Aber, das Problem ist nicht mit einem bloßen Lohnausgleich zu beheben, denn die typischen Frauenberufe werden einfach schlechter bezahlt. Außerdem sind es in den meisten Fällen die Mütter, die sich um die Kinder kümmern und somit auf der Karriereleiter stagnieren, wenn nicht sogar absteigen. Zudem sind Frauen viel öfter in Teilzeitbeschäftigung, in prekärer Beschäftigung als Männer.

Was kann die Politik tun? Der Mindestlohn in einigen Branchen ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Doch wie schärfen wir das Bewusstsein dafür, dass Frauen keine schlechtere Arbeit leisten als Männer? Welche Lösung kann die Politik Frauen bieten, die Familie und Beruf vereinbaren wollen oder sogar müssen?

Auch am 100. Weltfrauentag gibt es noch in Fragen der Gleichstellung genug Probleme, die zu lösen sind, fangen wir damit an.