Pressespiegel:

  • 16. März 2010
Am 16. März erschien in der NW folgender Artikel:

Immer wieder Bielefeld

Heute wird in der Stadtbibliothek eine Fotoausstellung über Johannes Rau eröffnet

Es war der Bielefelder SPD-Landtagsabgeordnete Günter Garbrecht, der die Ausstellung mit dem Titel „Das Leben menschlicher machen“ nach Bielefeld holte. Zuvor war sie nur in Düsseldorf zu sehen. Worte zur Begrüßung sprechen Garbrecht, Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) und Christina Rau. Den Einführungsvortrag hält Hans-H. Duncke von der Friedrich-Ebert-Stiftung.


Rau hat ein halbes Jahrhundert deutsche Politik mitgestaltet. Die Arbeiten zeigen sein Leben in Bildern: vom Privatmann zum Sozialdemokrat in Nordrhein-Westfalen, vom Ministerpräsidenten (1978 bis 1998) bis zum achten Bundespräsidenten (von 1999 bis 2004).


Zum ersten Mal war er 1960 in Bielefeld. Als Landtagsabgeordneter und aktives Mitglied einer Abordnung aus Bodelschwingh, Matthäus- und Erlösergemeinde. Im Juni 1976 stattet er der Bielefelder Universität als Wissenschaftsminister im Kabinett von Ministerpräsident Heinz Kühn einen Beuch ab.


Am 12. Februar 1985 tagte die nordrhein-westfälische Landesregierung in Bielefeld. Rau als Ministerpräsident trug sich ins goldene Buch der Stadt ein. Im Mai 1989 hielt Johannes Rau die Festansprache zum 775. Stadtjubiläum.


1994 weihte er das Historische Museum ein. Im November 1996 war er der Festredner beim 25. Jubiläum der Fachhochschule Bielefeld. Im gleichen monat weihte er das Servicezentrum der Industrie- und Handelskammer zu Bielefeld ein. Im September 1993 begrüßten Rau und seine Frau den japanischen Kaiser Akihito und Kaiserin Michiko in Bethel. Im April 1999 wurde Rau Ehrensenator der Bielefelder Universität.


Johannes Rau war ein gläubiger und bibelfester Mensch. Sein Lebensmotto hieß „Versöhnen statt spalten“. Sein Prinzip, den Glauben öffentlich zu leben, trug ihm den Namen „Bruder Johannes“ ein. Nach Bethel kam er oft. 1976 als Wissenschaftsminister, 1982, 93 und 1995 als Ministerpräsident und am 14. Juni 2002 als Bundespräsident.


Die Ehe zwischen einem führenden Sozialdemokraten und einer geborenen Delius, Tochter aus einer alteingesessenen Industriellenfamilie, war nicht ohne Pikanterie. Rau bekannte gerne, dass er mit seinem Schwiegervater Ernst-August Delius „manchmal die Klinge gekreuzt“ habe. Nach der Eheschließung seien sie freundlicher miteinander geworden, ihre Meinungen aber seien nicht weniger oft auseinander gegangen.