Pressespiegel:

  • Bielefeld, 15. April 2010
© 2010 Neue Westfälische Bielefelder Tageblatt (MW); Lothar Schmalen, Donnerstag 15. April 2010

Die Genossen geben Gas

Ehrgeiziges Ziel: SPD will in allen drei Bielefelder Landtagswahlkreisen gewinnen

„Zuversicht“, „Einsatz“, „Freude“, „Respekt“, „Verantwortung“ – die kurzen Signalbegriffe auf der Plakatserie an der Wand des SPD-Fraktionsbüros im Rathaus zeigen schon an, wohin die Reise für die Bielefelder Sozialdemokraten in den nächsten Wochen geht. Mit bemerkenswertem Optimismus und Siegeswillen zieht die SPD in die Endphase des Landtagswahlkampfes.

„Wir wollen alles gewinnen – alle drei Bielefelder Wahlkreis und die Landtagswahl insgesamt“, formuliert Helga Gießelmann das wenig bescheidene Ziel ihrer Partei. Günter Garbrecht soll also seinen Wahlkreis 92 (Mitte, Gadderbaum und Schildesche) verteidigen, die neuen Kandidaten Regina Kopp-Herr (Wahlkreis 93: (Brackwede, Senne, Sennestadt, Stieghorst und Heepen) sowie Georg Fortmeier (Wahlkreis 94: (Jöllenbeck, Dornberg und Altkreis Halle) sollen ihre Wahlkreise für die SPD zurückholen.

Erstmals hat der Wähler bei der Landtagswahl am 9. Mai wie bei Bundestagswahlen zwei Stimmen, eine für den Direktkandidaten im Wahlkreis und eine für die Partei. Alle drei Kandidaten müssen, wenn sie in den Düsseldorfer Landtag wollen, ihre Mandate direkt gewinnen, denn keiner von ihnen ist auf der SPD-Liste ausreichend abgesichert.

„Nachdem der CDU-Wahlsieger von 2005, Günter Kozlowski, sein Mandat kurz nach der Wahl weggeworfen hat, hat mein Wahlkreis keinen Landtagsabgeordneten mehr in Düsseldorf. Das muss sich ändern“, sagt Georg Fortmeier. Er werde sich vor allem für eine Stärkung des kommunalen Einflusses auf die Landespolitik einsetzen. Regina Kopp-Herr ergänzt: „Es gab in den vergangenen fünf Jahren bemerkenswert wenig Bielefeld in der Landespolitik – das muss sich ändern.“ Und Günter Garbrecht, der dritte im Bunde gibt die Koalitionsrichtung vor: „Ich glaube, dass Rotgrün es am 9. Mai schaffen kann.“ Für Schwarzgrün gebe es bei den Grünen keine Mehrheit, dann würde bei denen doch der Laden hochgehen“, ergänzt er. Und dann ein echter „ Garbrecht“: „Koalition mit der Linken? Glaubt denn wirklich jemand, dass wir so bekloppt sind?“

Unterstützt werden die drei Kandidaten auf ihrer Wahlkampf-Tour von einem Team aus engagierten Jungsozialisten. Deren Sprecherin Alexandra Wend, Tochter des früheren langjährigen Bielefelder Bundestagskandidaten Rainer Wend: „Wir kämpfen für einen Sieg der SPD: Am 9. Mai geht es um die Frage, in welcher Art von gesellschaft wir leben wollen, in einer solidarischen oder in einer, in der die Privat-vor-Staat-Ideologie die Lebensverhältnisse weiter verschlechtert.“