Pressespiegel:

  • 12. Januar 2011
Am 12, Januar 2011 veröffentlichte die Neue Westfälische folgenden Artikel:

„Politik ist nicht immer sexy“

SPD-Neujahrsempfang: Oberbürgermeister Pit Clausen lobt die Ampel und würdigt Günter Garbrecht

VON LOTHAR SCHMALEN


Bielefeld. Im Bielefelder Rathaus hat das Ampelbündnis aus SPD, Grünen und FDP Tritt gefasst; bei der Landtagswahl hat die SPD alle drei Bielefelder Wahlkreise direkt geholt und ist mit Günter Garbrecht, Regina Kopp-Herr und Georg Fortmeier stark im Landtag vertreten –für die SPD sei das Jahr 2010 sehr erfolgreich gewesen, sagte die SPD-Unterbezirksvorsitzende Helga Gießelmann gestern Abend beim Neujahrsempfang der Partei.



Rund 350 Gäste waren der Einladung in die Ravensberger Spinnerei gefolgt, darunter nicht nur Sozialdemokraten, sondern auch Vertreter anderer Parteien und Repräsentanten vieler gesellschaftlicher Gruppen und Einrichtungen. Besonders herzlich begrüßt wurden allerdings zwei Genossen: der frühere Bielefelder Oberbürgermeister Klaus Schwickert (79) und der letzte Oberstadtdirektor von Bielefeld, Volker Hausmann (66).


Oberbürgermeister Pit Clausen lobte das Ampelbündnis im Rathaus. Mit der Verabschiedung des Doppelhaushaltes 2010/11 inklusive eines riesigen Sparpaketes von 40 Millionen Euro habe das Bündnis Verantwortung übernommen. „Der Haushalt – das war das Gesellenstück der Ampel“, sagte Clausen. Die Arbeit des Dreierbündnisses bezeichnete er als partnerschaftlich. „Hier dominiert niemand die anderen.“ Die Zusammenarbeit von SPD, Grünen und FDP sei kein Liebesbündnis, sondern gehorche der Notwendigkeit, in schwierigen Zeiten auch unangenehme Beschlüsse durchzusetzen. „Politik ist eben nicht immer sexy“, sagte Clausen. Der Oberbürgermeister lobte auch die Politik der rotgrünen Minderheitsregierung in Düsseldorf, die er als kommunalfreundlich bezeichnete. „Wenn Rotgrün sich im Landtag durchsetzen kann, erhält Bielefeld in diesem Jahr 25 Millionen Euro mehr an Schlüsselzuweisungen“, freut sich Clausen jetzt schon.


Emotional wurde es, als Clausen Günter Garbrecht würdigte, der zum Jahresende nach 21 Jahren sein Ratsmandat niederlegte. Garbrecht will sich, wie berichtet, stärker auf seine Arbeit im Düsseldorfer Landtag konzentrieren. Mit dem Ausscheiden von Garbrecht gehe eine Ära zu Ende. „Nichts steht in Bielefeld so für Sozialpolitik wie der Name Garbrecht“, sagte Clausen. Garbrecht, „der Mann, der kein Mikrophon braucht“, sei ein Überzeugungstäter mit dem Herz am rechten Fleck. „Wie du dich in komplizierte sozialpolitische Probleme eingearbeitet hast, wie du für andere gekämpft hast, dafür bewundere ich dich“, sagte Clausen. Die beiden Männer umarmten sich, Garbrecht sichtlich bewegt. Ein Geschenk für Garbrecht hatte der Oberbürgermeister auch noch mitgebracht – einen kleinen roten Stoff-Teddybär. „Und der kann nicht nur nicken, sondern auch einmal den Kopf schütteln und nein sagen. Wie du, Günter“, kommentierte Clausen sein Erinnerungsstück für Garbrecht.