Pressespiegel:

  • 31. Januar 2011
Am 29. Januar 2011 erschien in der NW:

NRW-Arbeitsminister besucht Bielefelder „Bang-Modell“

Im BAJ gibt es Ausbildungsflächen für Azubis etlicher Mittelständler, die sonst selbst nicht ausbilden könnten / Schneider: „Vorzeigebeispiel“




Bielefeld. Noch immer zu wenig Ausbildungsplätze – auch, weil Mittelständlern manchmal die Möglichkeit fehlt. Ein Weg, auch als kleineres Unternehmen auszubilden, ist der, einen Verbund zu bilden. In der Metallbranche gibt es in Bielefeld seit zwei Jahren einen solchen: Bang („Berufliches Ausbildungsnetzwerk im Gewerbebereich“). Bang bekam am Freitag Besuch von Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD).


Der ließ sich die Ausbildungsbereiche im Verein BAJ zeigen (Berufliche Ausbildung und Qualifizierung Jugendlicher und Erwachsener). Und stellte fest: „Das ist ein Modell für das ganze Land, ein Vorzeigebeispiel.“ Unternehmen, die alleine nicht ausbilden könnten, fänden hier den Weg, am Ende doch Ausbildungsbetrieb zu werden. Und so dem Land bei seinem Ziel zu helfen, Jugendlichen eine Ausbildungsgarantie geben zu können, wichtig: ohne das Wort Platz in der Mitte, „das geht nicht“, so Schneider, weil es einklagbar wäre.


Im Bielefelder Bang-Verein sind 13 Unternehmen aktiv. Sie schicken ihre Azubis zu einem Grundkurs von dreieinhalb Monaten, anschließend wöchentlich einen weiteren Tag (zusätzlich zur Berufsschule) und gegen Ende der Ausbildung weitere zwei bis vier Wochen für die Prüfungsvorbereitung. Heraus kommen laut Bang-Chef Hans-Peter Klausmeier 10 bis 15 Prozent bessere Ergebnisse und für die Unternehmen niedrigere Kosten im Vergleich zur Ausbildung im eigenen Hause. Finanziert wird Bang aus einer Umlage unter den Firmen, die teilweise unterstützende Landesgelder beantragen können. Schwierig sei, so Volker Wilde (Stadtwerke und BAJ-Vorstand), dass immer mehr Unternehmen keine Kollegen mehr für Prüfungen freistellten, „da gibt es eine immer größere Asymmetrie“. Schneider berichtete davon, dass das Land einen umlagefinanzierten Ausgleich diskutiere.


Für den SPD-Landtagsabgeordneten Günter Garbrecht ist das Bielefelder Bang-Modell vorbildlich, weil „es zeigt, wie Ausbildungsflächen gut genutzt werden können“. Das sei ein Defizit im Land, „es gibt überall in NRW unausgelastete Ausbildungsstätten“ – diese zu nutzen wäre effizient, auch mit Blick auf „die vielen Ungelernten im Produktionsprozess“, so Garbrecht.