Pressemitteilung:

  • Bielefeld, 08. März 2011
Garbrecht und Killewald zu Gast an der Fachhochschule Bielefeld

Grenzenlose Mobilität für Menschen mit Behinderung




Bielefeld. Um weitestgehend grenzenlose Mobilität für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer dreht sich ein Forschungsprojekt am Kompetenzzentrum für Bewegungsvorgänge (KfB) am Fachhochschulstandort Am Stadtholz. Der nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Günter Garbrecht und der Behindertenbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen informierten sich jetzt vor Ort über neueste Projekte und Forschungsansätze.

„Unser Ziel ist die Verbesserung manueller Rollstühle und die Klassifizierung verschiedener Modelle je nach Energieaufwand mit Hilfe des hier entwickelten Energieclusters“, so Professor Dr.-Ing. Ralf Hörstmeier, Leiter des Kompetenzzentrum am Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik der Fachhochschule Bielefeld, „auf diese Weise sorgen wir für eine bessere Anpassung von Rollstühlen an die Bedürfnisse von Nutzerinnen und Nutzern“. Aktuelle Projekte und Vorhaben rund um die Mobilität von Menschen mit Behinderung standen jetzt bei dem Besuch von Günter Garbrecht und Norbert Killewald im Vordergrund.

Hörstmeier verdeutlichte die Zielsetzung und den vielfältigen Nutzen seiner anwendungsorientierten Forschungsarbeit. „Wir arbeiten an einer höheren Qualität bei der Rollstuhlanpassung und an einer effektiveren Nutzung mit wenig Energieaufwand“, so der Gastgeber. Die Forschungsergebnisse dienten nicht nur Rollstuhlherstellern, Fahrerinnen und Fahrern und dem Sanitätsfachhandel. „Unsere Prüfungen und Erkenntnisse kommen letztlich auch Müttern mit Kinderwagen, krankenbettenschiebenden Pflegern in Kliniken oder Familien beim Großeinkauf mit Einkaufswagen zugute“, betonte der KfB-Leiter. Augenscheinlich wurde dies bei der Besichtigung des Labors zur Untersuchung von Rollsystemen, insbesondere beim sechs mal neun Meter großen Rollsimulator.

„Kletternder Rollstuhl“ für Wohnungsbau

Für Günter Garbrecht, SPD-Landtagsabgeordneter und seit 2005 Vorsitzender des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales und Norbert Killewald seit September 2010 Beauftragter der Landesregierung für Menschen mit Behinderung in Nordrhein-Westfalen, war es der erste Besuch im Kompetenzzentrum und den Laboren von Professor Hörstmeier. Garbrecht regte an, die grenzenlose Mobilität für Rollstuhlfahrende auch auf den Wohnungsbau zu übertragen: „Im Zuge der Barrierefreiheit sollte kreativ nach Lösungen gesucht werden, wie ein Rollstuhlsystem kostengünstig so verändert werden kann, dass es auch Treppen überwinden kann.“ Auch der neue Landesbehindertenbeauftragte befürwortete den Ansatz eines „kletternden Rollstuhls“, der in Gebäuden ohne Aufzug genutzt werden könne.

Bei der Demonstration von Mehrpunktwaage (zur Messung des optimalen Schwerpunktes) und Measuring Wheel (zur Messung des Energieaufwandes) sprach Rollstuhlnutzer Uwe Brechbühler weitere Anforderungen von Menschen mit Behinderungen an. So seien in Innenstadtzonen befahrbare Streifen in größeren kopfsteingepflasterten Flächen sinnvoll, da die vorderen, kleineren Räder von Rollstühlen sonst in den Fugen hängen blieben. Gastgeber und Besucher vereinbarten einen fortwährenden Austausch im Sinne der Menschen mit Behinderung. Weitere Informationen unter: www.fh-bielefeld.de/kfb