Pressemitteilung:

  • Bielefeld, 08. Mai 2017

Zahl der Drogentoten in OWL weiter auf niedrigem Niveau.

„Die Zahl der Drogentoten verändert sich von Jahr zu Jahr, ist aber im Rückblick in den vergangenen Jahren in Nordrhein-Westfalen insgesamt deutlich zurückgegangen. Auch in Ostwestfalen-Lippe ist die Zahl weiter auf niedrigem Niveau.“ So der Bielefelder Landtagsabgeordnete Günter Garbrecht, Vorsitzender des Landtagsausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales.

Gab es 2008 noch 380 Drogentote in NRW, 2009 noch 344, 2010 waren es noch 289 - und im vergangenen Jahr nach einem enormen Rückgang 204. Aufgrund der im Vergleich zu früheren Jahren deutlich niedrigeren Zahl wirkt der Anstieg in 2016 hoch. Sieht man ihn aber im Vergleich zu 2014, so ist die Zahl der Drogentoten in NRW mit elf Prozent deutlich geringer gestiegen als im bundesweiten Vergleich, wo es einen Anstieg von 29 Prozent gab.
Das gilt auch für die Entwicklung in OWL: 2015 waren es 14; 2016 19.
Laut Experten könnten Gründe für 5 Drogentoten mehr in OWL im Vergleich zum Vorjahr die leichtere Verfügbarkeit von Drogen durch den Internethandel sein, der kaum zu beeinflussen ist. Zugenommen hat im Land auch die Zahl der Todesopfer durch Mischkonsum, also dem parallelen Konsum verschiedener Drogen. Allein in diesem Bereich stieg die Zahl der Todesfälle in NRW von vier (2015) auf 15 (2016). Insgesamt handelt es sich aber auch hier um niedrige Fallzahlen, die verlässliche Aussagen über die Ursachen für Schwankungen nur schwer möglich machen. Auch das steigende Durchschnittsalter drogenkranker Menschen beeinflusst die Zahl der Todesfälle.

Garbrecht: „Um die Risiken des Drogenkonsums zu senken, unterstützt das Land mit jährlich rund 13,7 Millionen Euro Maßnahmen zur Weiterentwicklung der niedrigschwelligen Hilfen und Erleichterung des Zugangs für Betroffene. Dazu gehören u. a. die Förderung des Aufbaus tragfähiger Selbsthilfestrukturen im Bereich der Drogenabhängigen und die Vernetzung mit der professionellen Suchthilfe sowie der Ausbau von Schulungen Drogenabhängiger in Safer-Use- und Drogennotfallmaßnahmen.“

Die Zahlen für Ostwestfalen – alle auf sehr niedrigem Niveau:
Bielefeld 2015: 6, 2016: 5
Lippe (Detmold) 2015:1, 2016: 1
Gütersloh 2015: 1, 2016: 2
Herford 2015: 2, 2016: 4
Höxter 2015: 0, 2016: 0
Minden-Lübbecke 2015: 0, 2016: 1
Paderborn 2015: 4, 2016: 6.